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Retusche – mein Photoshop Workflow

Mein Photoshop Workflow

Da bin ich wieder! Diesmal zeige ich dir, wie ich ein Bild mit Hilfe von Lightroom und Photoshop bearbeite und retuschiere.

Dabei werde ich dir Schritt für Schritt erklären, wie ich
– Hautunreinheiten mit Hilfe von der Frequenztrennung entferne
– mit Dodge and Burn ein digitales Contouring mache
– mit dem Verflüssigen-Werkzeug das Bild optimiere
– und wie ich den Bildlook mit Hilfe der Farben verändere/unterstreiche


Nun folgen stolze 42 Schritte, wie ich zu dem Ergebnis gekommen bin, was ihr hier sehen könnt

Darf ich vorstellen: Das Original

(1) Original Kopie

(1) Original

Mit Lightroom habe ich die Belichtung optimiert und das die Sättigung der Grüntöne rausgezogen. Ich bin so ein kleiner Grün-Allergiker. Solltest du kein Lightroom haben, kannst du das auch mit Photoshop machen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten – versuche es mal mit der selektiven Farbkorrektur. 🙂

(2) nach lightroom Kopie

(2) nach Lightroom

Frequenztrennung

Kommen wir zur Hautretusche – Pickel, Falten, Fettflecke und ähnliches gehören gleich der Vergangenheit an!

Zunächst erstellst du zwei Kopien von deiner Hauptebene. Das kannst du mit dem Tastenkürzel STRG + J (oder Apfel+J) ganz einfach machen.
Nenne die erste Kopie “Farbe” und die zweite Kopie “Struktur”.
Erstelle nun am besten eine Gruppe und nenne sie “Frequenztrennung”. Gruppen erstellst du, indem du unten rechts auf das kleine Ordner-Symbol klickst. Die Ebenen musst du dann dort hinein verschieben, indem du sie markierst und hineinziehst.
Ganz wichtig: achte darauf, dass die Strukturebene über der Farbebene liegt!

(3) Gruppe

(3) Gruppe

Nun blende die Strukturebene aus, indem du links auf das Auge klickst.

(4) Strukturebene aus

(4) Strukturebene aus

Klicke auf die Farbebene, um nun mit ihr zu arbeiten.
Gehe jetzt auf Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gauscher Weichzeichner und stelle den Radius auf 10,0 Pixel.

(5) Farbebene weichzeichnen

(5) Farbebene weichzeichnen

(6) gauscher weichzeichner wert

(6) gauscher Weichzeichner Wert

Jetzt siehst du ein verschwommenes Bild – das ist auch richtig so!

Blende die Strukturebene nun wieder ein und klicke auf sie, um nun mit ihr zu arbeiten.

(7) Strukturebene einblenden

(7) Strukturebene einblenden

Gehe nun auf Filter -> Sonstige Filter -> Hochpass… und stelle genau den gleichen Wert ein, den du bei der Farbebene beim Gauschen Weichzeichner verwendet hast. Diesen Wert kannst du nämlich verändern, solltest aber nie über den Wert 10,0 gehen.
In diesem Fall hab ich zur Vereinfachung den maximalen empfehlenswerten Wert genommen, also schreibst du hier ebenso 10,0 Pixel rein.

(8) Hochpass

(8) Hochpass

(9) gleicher wert

(9) gleicher wert

Ich habe mich hier dazu entschieden, bei der Strukturebene auch die Sättigung raus zu nehmen. Das müsst ihr nicht tun. Falls ihr das möchtet: Bild -> Farbton/Sättigung und die Sättigung raus ziehen.

(10) Sättigung raus

(10) Sättigung raus

(11) alles raus

(11) alles raus

Nun gehst du auf Bild -> Korrekturen -> Helligkeit/Kontrast, setzt bei “Früheren Wert verwenden” ein Häckchen und gibst bei Kontrast den Wert -50 ein.

(12) helligkeit und kontrast

(12) helligkeit und kontrast

(13) minus 50

(13) minus 50

Das ist ganz wichtig!
Nun stellst du bei den Ebenen den Modus Lineares Licht ein.

(14) lineares licht

(14) lineares licht

Blendest du nun die Gruppe Frequenztrennung ein und aus, solltest du keinen großen Unterschied merken – dann hast du alles richtig gemacht!

Jetzt kann die Retusche endlich beginnen – wir beginnen mit dem arbeiten auf der Strukturebene. Achte ganz penibel darauf, dass du auch wirklich in der richtigen Ebene arbeitest (und dass die Gruppe jetzt auch eingeblendet ist).

Wenn du in der Strukturebene arbeitest, solltest du einen harten Pinsel (Stempel-Werkzeug) mit 100%er Deckkraft verwenden. Stelle ihn aber nicht zu groß ein!

(15) harter pinsel

(15) harter pinsel

Nun kannst du alle Hautunreinheiten wegstempeln, ohne, dass die Haut an Struktur verliert! Die Haut sieht also super rein aus, aber nicht matschig oder reingeweichgezeichnet – das finde ich persönlich super schrecklich!
Wenn du alle Unreinheiten zu deiner Zufriedenheit entfernt hast, solltest du schon einen deutlichen Unterschied sehen können.
Für einen “Vorher-Nachher-Effekt” kannst du die Gruppe ein und ausblenden 🙂

(16) nach struktur

(16) nach struktur

Kommen wir nun wieder zur Farbebene. Wähle sie an und stelle deinen Pinsel (Stempel-Werkzeug) ganz weich ein. Die Größe darf ruhig ein wenig größer sein – die Deckkraft allerdings sollte nicht höher als 25 sein!

(17) weicher pinsel

(17) weicher pinsel

Jetzt kannst du die Fettflecken entfernen – der Mensch schwitzt und glänzt nun mal. Aber das muss auf einem Foto ja jetzt nicht unbedingt sein. 😛

(18) nach farbe

(18) nach Farbe

So. Die Frequenztrennung ist abgeschlossen und das Bild sieht schon ganz anders aus!

(19) nach Frequenztrennung Kopie

(19) nach Frequenztrennung

Markiere nun die Farbebene, Strukturebene und die Gruppe Frequenztrennung und mache eine Kopie. Das machst du, indem du die drei markierten Objekte nach unten rechts siehst zu dem “Blatt-Symbol” (links neben dem Mülleimer).

Markiere nun die Kopien und fasse sie zu einer Ebene zusammen. Das machst du, indem du die Kopien markierst und das Tastenkürzel STRG + E benutzt.

Du hast nun ein Bild/eine Ebene, welches die Bearbeitung der Frequenztrennung beinhaltet. Mit dieser Ebene arbeiten wir jezt weiter. Die originale “Frequentrennung”-Gruppe kannst du löschen (musst du aber nicht).

(20) Kopie von Gruppe

(20) Kopie von Gruppe

(21) strg+e auf eine ebene

(21) strg+e auf eine Ebene

Dodge and Burn

Ich habe die Ebene “Freuentzrennung Kopie” in “Retusche” umbenannt.

Benutze wieder das Tastenkürzel STRG + J zwei mal, um zwei Kopien der Retuscheebene zu bekommen. Benutze bei der zweiten Kopie nun das Tastenkürzel STRG + I um sie ins negative zu ziehen.

(22) Ebenenkopien eine negativ

(22) Ebenenkopien eine negativ

Stelle den Modus dieser Ebene auf Strahlendes Licht

(23) strahlendes licht

(23) strahlendes licht

und verringere die Sättigung um -100.

(24) Sättigung raus

(24) Sättigung raus

Gehe nun zu Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Matter machen und stelle beide Werte so um die 40 Pixel/Stufen ein.

(25) Matter machen

(25) Matter machen

(26) werte

(26) Werte

Klicke mit der rechten Maustaste auf die Ebene und wähle “Mit darunterliegenden Ebene zusammenfassen” und stelle den Ebenenmodus dieser zusammengefasster Ebene auf ineinanderkopieren.

(27) zu einer ebene und ineinanderkopieren

(27) zu einer ebene und ineinanderkopieren

Nimm die Sättigung raus und senke die Deckkraft der Ebene so, dass es dir am besten gefällt. Hier liegt der Wert bei 36%.

(28) sättigung raus

(28) Sättigung raus

(29) Deckkraft

(29) Deckkraft

Wähle den Pinsel aus und stelle die Farbe auf 50%iges grau.

(30) Pinsel 50 grau

(30) Pinsel 50 grau

Ich male die Gesichter immer erst mit 50% grau an, damit es nicht zu viel Struktur bekommt – denn das sieht dann auch nicht mehr schön aus.

(31) Haut weicher durch grau

(31) Haut weicher durch grau

Mit Weiß und einer Deckkraft von 10 – 20 % könnt ihr nun mit dem Contouring beginnen – ihr hebt jetzt also die hellen Stellen hervor. Nasenrücken, die Lippen, die Stirn, unter den Augen, die Iris, … was auch immer euch in den Sinn kommt. Da die Deckkraft niedrig eingestellt ist, könnt ihr vorsichtig arbeiten.

(32) nach weiß

(32) nach weiß

Nun nehmt den schwarzen Pinsel und dunkelt gewisse Bereiche ab – zum Beispiel den Rand um die Iris, Nase am äußeren Rand, Make-Up dunkler, Haut unter den Haaren dunkler, … und wie auch oben, bis es euch gefällt!

(33) nach schwarz

(33) nach schwarz

Auch die Haare und Hände könnt ihr mit Dodge and Burn formen, schlanker erscheinen lassen, Volumen herzaubern und und und.. und das bloß, indem ihr mit Licht und Schatten spielt!

(34) nach dodge and burn Kopie

(34) nach dodge and burn

Verflüssigen

Dies ist nicht immer ein Muss – ich habs hier aber angewendet: das Verflüssigen-Werkzeug. Ein sehr praktisches, kleines Teil.

Gehe hierzu auf Filter -> Verflüssigen…

(35) verflüssigen

(35) verflüssigen

Dort kannst du schieben, aufbauschen, schrumpfen und und und. Ich habe bei der lieben Abigail nur ein paar kleine Dinge optimiert: Das Kinn zum Beispiel.
Achte immer darauf, dass die Person immer noch nach sich selbst aussieht! Außer natürlich, das ist nicht deine Intension (zum Beipsiel bei Fantasie-Fotokunst).

(36) nach verflüssigen

(36) nach verflüssigen

Feinschliff

Kommen wir zu den Gradiationskurven. Die findest du unter Bild -> Korrekturen -> Gradiationskurven…

(37) Gradiationskurven

(37) Gradiationskurven

Um einen schönen Kontrast herzustellen, musst du die Kurve manipulieren. Ideal ist es, wenn sie eine leichte S-Form darstellt. Aber das ist auch Geschmacksache.

(38) Kontrast

(38) Kontrast

Nun gucken wir, ob wir den Farblook noch ein wenig optimieren können. Dazu gehst du zu Bild -> Korrekturen -> Farbbalance…
Hier kannst du nach Geschmack und Vorstellung die Farben anpassen/verändern. Hier mein Ergebnis nach der Farbbalance:

(40) nach Farbbalance Kopie

(40) nach Farbbalance Kopie

Google Nik Collection

Optional kannst du noch einen Schritt weiter gehen und die Google Nik Collection auch noch mit in die Bildbearbeitung mit einbeziehen. Ich mache das zur Zeit ganz gerne, weil man so interessante Bildlooks erschaffen kann. Und ich mag diesen Analogen Effekt im Moment super gern!

Also: Filter -> Nik Collection -> Analog Efex Pro 2

(41) GoogleNikCollection

(41) GoogleNikCollection

Suche dir nun einen Filter aus, der dir und deiner Vorstellung vom Endergebnis am meisten zusagt. Rechts kannst du einige Einstellungen vornehmen, die den Filter beeinflussen. Hast du einen gefunden, klicke auf OK.

(42) Filter zusammenbasteln

(42) Filter zusammenbasteln

Passe die Deckkraft des Filters an! So individualisierst du dein Bild noch mehr! Und mal ganz ehrlich – so einen Filter-Matsch mag doch kein Auge so gern sehen – bei Portraits zumindest.

(43) Deckkraft

(43) Deckkraft

Da ich finde, dass das Bild nun zu wenig Kontrast hat, wende ich nochmal die Gradiationskurven an.

(44) Gradiationskurven

(44) Gradiationskurven

Zuschnitt

Als letztes mache ich dann den Zuschnitt! Ist natürlich nicht immer so, aber hier bei dem Bild ist es mir erst im Nachhinein in den Sinn gekomen, dass eine Ausschnittsoptimierung vielleicht nicht ganz verkehrt wäre. Das geht ganz einfach mit dem Zuschneidewerkzeug. Du kannst oben links einstellen, ob der Ausschnitt bestimmte Maße haben soll, die originalen Proportionen erhalten bleiben sollen oder auch frei nach Schnauze hier und da ziehen, wie einem das Format dann am besten gefällt.
Ich habe mich für die originale Proportion entschieden.

(45) Zuschneiden

(45) Zuschneiden

(46) Nach GoogleNikCollection Kopie

(46) Nach GoogleNikCollection

Und siehe da, endlich ein fertiges Bild!

 

Wenn ihr das das erste, zweite, dritte oder vierte mal macht, dauert es wohl noch ein bisschen, bis man zum Ergebnis kommt, aber das wird besser!

Und ganz wichtig: es gibt nicht nur einen Weg zum Ziel! Das ist meine Art, ein Bild zu bearbeiten – es gibt aber viel viel viel mehr Methoden, um ähnliche Effekte zu erreichen. Auf Youtube gibt es dazu unzählige Tutorials – die auch ich mir ab und zu mal anschaue!

Dieser Workflow ist ein Mix aus Youtube-Wissen und Schul-Wissen. Also nicht den Kopf hängen lassen, wenn ihr lauter Fragezeichen über dem Kopf schweben habt!

Ich hoffe, das war aufschlussreich und ich konnte euch was neues zeigen 🙂

Mehr Bilder von der wunderschönen Abigail findet ihr auch in meinem Portfolio hier auf Shooting Network oder auf Instagram unter dem Namen marthawaleri.

Machts gut!

Unterschrift


Martha

Die Autorin:

Martha macht derzeit in Bremen eine Ausbildung zur Fotografin.

Sie zeigt weitere Bilder auf ihrem Profil bei Shooting.Network: https://shooting.network/profile/marthawaleri

2016-10-21T20:03:21+00:00 Juni 16th, 2016|Anleitungen, Artikel, Azubine|1 Comment

One Comment

  1. Gisela Hamacher 17. Juni 2016 at 20:53 - Reply

    Vielen Dank ,es ist wieder wunderbar erklärt .

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